Sind die Zeiten vorbei, in denen künftige Darlehensnehmer eigene Ersparnisse für eine Baufinanzierung mitbringen müssen?
Galt früher die goldene Regel, dass Eigenkapital erforderlich ist, wenn eine Immobilienfinanzierung vereinbart werden soll, bietet eine Vollfinanzierung auch die Chance, mit einem leeren Bankkonto in die eigenen vier Wände wechseln zu können.
Doch Vorsicht! Nicht für jeden Darlehensnehmer eignet sich diese Variante gleichermaßen. Nur derjenige, der ein hohes und gesichertes Einkommen hat und auch nicht um seinen Arbeitsplatz fürchten muss, sollte sich darauf einlassen.
Insbesondere junge Arbeitnehmer, die zur Gruppe der Besserverdienenden gehören und nur noch keine Zeit hatten, eigene Mittel anzusparen, sollten von dieser Finanzierungsvariante Gebrauch machen.
Auch wenn lange Zeit eine Vollfinanzierung als eher unseriös galt, wollen viele Zeitgenossen den momentan günstigen Zins nutzen und nicht warten, bis sie über eine entsprechend hohe Summe an eigenen Mitteln verfügen. Schließlich können sich bis dahin die Konditionen verschlechtert haben und man muss wieder mehr für eine Baufinanzierung hinblättern.
Als positiv kann gewertet werden, dass einige Geldgeber eine Vollfinanzierung günstiger anbieten, als man vermutet und der Zinsaufschlag bei weitem nicht so hoch ausfällt, wie oft befürchtet wird.
Will man also der Gefahr steigender Bauzinsen entgehen, sollten Bau- und Kaufwillige nicht mehr lange zögern, denn die Tage der niedrigen Zinsen scheinen wohl gezählt zu sein. Somit wird geraten, eine lange Zinsbindung zu vereinbaren, um sich die günstigen Konditionen über viele Jahre zu sichern. Parallel dazu kann ein erhöhter Tilgungssatz gewählt werden, um den Weg in die Schuldenfreiheit zu verkürzen und zusätzlich Geld einzusparen.
Doch sollte man, wenn Planungssicherheit gefordert wird, auch persönliche und wirtschaftliche Veränderungen einbeziehen. Wer seine Situation unrealistisch einschätzt, kann dann später auf finanzielle Engpässe stoßen.