Der Film, den der NDR über den AWD-Chef Carsten Maschmeyer gezeigt hat, hat viel Wirbel um die Einflussnahme von Wirtschaft und Freundschaft auf die Politik ausgelöst. Genauer gesagt, hat vielleicht nicht nur der Film an sich, sondern auch das Bemühen Maschmeyers um die Verhinderung der Ausstrahlung das Thema in den Medien gepusht. Getroffene Hunde bellen?
Er kennt sie alle: Ex-Kanzler Schröder, Bundespräsident Wulff, Walter Riester (Riester-Rente) oder Bert Rürup, mit dem er zusammen eine Firma haben soll. Die Bekanntheit zwischen dem AWD-Chef (Werbeslogan „Ihr persönlicher Finanzoptimierer“) und der Polit-Prominenz ist schon frappierend. Insbesondere, wenn zwei dieser Bekannten maßgeblich an der Reform unseres Rentensystems beteiligt waren, von welcher Versicherungen und Finanzdienstleister letztlich profitieren. So arbeiten es zumindest die NDR-Journalisten provokant heraus.
Mit seinen Star-Anwälten hat der als Drückerkönig bezeichnete Firmenchef versucht, die Sendung zu verhindern. Doch der Beitrag wurde ausgestrahlt. Lediglich Passagen, in denen Maschmeyer die Aussage verweigert hat, sind herausgenommen worden.