Zu unterscheiden sind zwei Arten von Investmentfonds, die offenen und geschlossenen Investmentfonds. Die geschlossenen Investmentfonds werden von vielen Beratern und Kennern der Branche nicht empfohlen und immer wieder wird davor gewarnt, das geschlossene Fonds nicht transparent seien und nur den Herausgebern dienten.
Das stimmt nicht zu hundert Prozent. So sind einige Fonds von der Idee her einfach zu verstehen. Eine Investition in Immobilien hat die Absicht, mit den Mieteinnahmen Gewinn zu erzielen und einen Teil davon dann an die Geldgeber, also die Anleger, auszuzahlen. Ein Nachteil ist eindeutig, dass man als Anleger bei geschlossenen Fonds ein Kommanditist wird, also ein Teilhaber der Gesellschaft, der mit seiner Einlage für die Verluste der Gesellschaft haftet, ohne dabei aber ein Mitbestimmungsrecht zu haben. Erst investiert man Geld und dann kann man nicht bestimmen, für was es verwendet wird. Vor allem bei Fehlentscheidungen des Managements ist das sehr ärgerlich, wenn man die Zeche bezahlen darf, ohne eine Mitschuld zu tragen.
Auf der anderen Seite sind die offenen Investmentfonds nicht viel transparenter. Der Unterschied ist, dass man meistens zu jeder Zeit an sein Geld kommt, nämlich durch den Verkauf seiner Anteile. Doch wird ein offener Fonds dadurch nicht durchsichtiger. Offene Investmentfonds investieren in sehr viele unterschiedliche Dinge, mit einer Ausnahme: den Aktienfonds. Sie investieren ihr Geld nur in Aktien von Unternehmen, dann aber natürlich in viele verschiedene, um das Risiko zu minimieren. Die Unternehmen schütten Gewinne in Form von Dividenden an die Aktionäre aus, also auch an die Anleger der Aktienfonds. Dieser Vorgang ist eine durchschaubare Angelegenheit. Die anderen Fonds sind jedoch nicht so durchschaubar. Renten-, Geldmarkt- oder Hedge Fonds investieren in viele unterschiedliche Dinge. So legen Rentenfonds viel Kapital in Anleihen an, was immer als sehr sicher galt, doch in der Krise sind einige Herausgeber der Anleihen zahlungsunfähig geworden, was bedeutet, das die Rentenfonds auch kein Geld mehr bekamen und schon sind die Kurse der Rentenfonds gesunken. Bei Hedge Fonds geht es sogar soweit, das es zu ganz unterschiedlichen Anlagen kommen kann, da diese Fonds keinen Auflagen unterliegen. Immobilien, Rohstoffe, Private Equity, aber auch Aktien und Anleihen können sich im Depot eines solchen Fonds befinden.
Bei so einer Kapitalstreuung in so unterschiedliche Dinge wird nicht jeder Anleger von Anfang an durchsehen, deshalb kann man wohl sagen, dass beide Arten von Fonds über mehr oder weniger durchschaubare Anlagemöglichkeiten verfügt und man nicht pauschal sagen kann, das offene besser wären als geschlossene Fonds, oder umgekehrt. Jeder Anleger sollte sich gut informieren und vergleichen und im Zweifelsfall eher die Kapitalanlage auswählen, die er versteht.